Motorraddemo in Leipzig

Die Bikerunion und der Runde Tisch Leipzig hatten für den 30. Juni zu einer Motorraddemo aufgerufen. Neben den Themen Sicherheit und  Rechte der Motorradfahrer lag der Fokus diesmal insbesondere im Kampf gegen die pauschalisierende Kriminalisierung der gesamten Bikerszene, wie sie seit einigen Jahren durch Politik und Medien betrieben wird.

Am Startplatz in Taucha sammelten sich immer mehr Biker aus der ganzen Republik – mehr, als die Veranstalter erhofft hatten. Laut MDR zählte die Polizei 350 Moppeds, ich und andere Teilnehmer mit Erfahrung schätzen die Zahl etwas höher. Vermutlich hat die Polizei bei der Abfahrt in Taucha gezählt, unterwegs und auf den Versammlungsplätzen sind jedoch noch Bikes hinzugestoßen. Die Resonanz der Bevölkerung an den beiden Kundgebungsorten (welche kurzfristig verlegt worden waren)  war im wesentlichen positiv. Leider konnte der OB Leipzigs wegen einer Terminüberschneidung an den Kundgebungen nicht teilnehmen. Etwas gemischt war die Reaktion der Medien. Der MDR berichtete nach Aussage derer, die es gesehen hatten, sehr fair im Sachsenspiegel. Anschließend fand der Beitrag aber keine Aufnahme in die Mediathek. Paßte wohl nicht so richtig in die „offizielle“ Linie. Ich fühle mich um meine GEZ Beiträge geprellt.

Die Polizei lieferte ein sehr gemischtes Bild. Die Demonstration war nach einigem hin und her letztendlich ohne Polizeibegleitung genehmigt worden. Trotzdem stellte uns die Leipziger Polizei für den ganzen Weg eine Eskorte und sorgte so für eine sichere Fahrt des Demonstrationszuges. Dafür erhielt sie dann auch verdienten Applaus. Nach der Demo sind Obelix und ich zu den Hells Angels zur Beach Party gefahren. Im Vergleich zu dem, was wir von Erfurt gewohnt waren, schien es polizeimäßig entspannt – nur ein Streifenwagen und ein Ziviler. Doch zu früh gefreut. Plötzlich kam in forschem Tempo ein ganzer Polizeizug. Das Führungsfahrzeug blockierte erst einmal die Zufahrt zum Klubgelände, zog sich jedoch nach einer kurzen Diskussion zurück. Als wir heim wollten sahen wir die Bescherung. Die Straße war in beide Richtungen durch je 2 Fahrzeuge blockiert. Das hieß für uns: Anhosen, ein paar Meter fahren, anhalten, Ausweiskontrolle, also Helm wieder ab und Jacke aus, denn es war heiß. Wenigstens blieb uns im Gegensatz zu den Engeln der Adler erspart. Während der ganzen Aktion waren wir „Fernsehstars“. Im Gegensatz zur Angels-Party fühlte ich mich bei der Polizeikontrolle bedroht, denn die ganze Zeit stand einer etwas Abseits und beobachte das Ganze, ständig die Hand an einer MP5. Der Einsatz vor dem Klubhaus der Hells Angels war in meinen Augen wieder einmal eine sinnlose Verschwendung von Steuergeldern.

Ein paar Eindrücke von der Demo erhaltet ihr auf den Seiten des BU-Stammtisches Bräunsdorf in der Galerie.